Die meisten Reklamationen bei Übersetzungen betreffen nicht den Stil, sondern Dinge, auf die der Kunde zeigen kann: ein Preis mit falscher Ziffer, ein fehlender Satz, ein Produktname in drei Varianten, eine zerschossene Tabelle. Solche Fehler sind ärgerlich, weil sie vermeidbar sind.

Diese Checkliste sammelt die 15 Prüfungen, die Kunden am wichtigsten sind – für Freiberufler, Agenturen und Unternehmen, die eine gelieferte Übersetzung abnehmen. Zwölf Prüfungen sind mechanisch, ein regelbasiertes Tool wie der kostenlose QA Checker erledigt sie in wenigen Minuten. Drei brauchen einen Menschen.

Vollständigkeit

1. Nichts bleibt unübersetzt

Leere Zielsegmente und Segmente, in denen einfach der Ausgangstext steht, sind der häufigste Lieferfehler – besonders nach einer hektischen letzten Stunde. Codes und Produktnamen dürfen gleich bleiben, alles andere nicht. (automatisch)

2. Nichts fehlt, nichts ist doppelt

Ist eine Übersetzung deutlich kürzer oder länger als das Original, fehlt oft ein Nebensatz oder ein Satz steht doppelt. Beim Vergleich zweier Dokumente (übersetzte Word-Datei oder PDF gegen das Original) werden fehlende Sätze direkt angezeigt. (automatisch)

Zahlen und Daten

3. Jede Zahl stimmt

Preise, Maße, Spannungen, Daten, Artikelnummern: Eine falsche Ziffer kann teuer werden. Eine gute Prüfung vergleicht Zahlen unabhängig von Dezimal- und Tausendertrennzeichen, 1,450.5 und 1.450,5 gelten also als derselbe Wert. (automatisch)

4. Platzhalter, URLs und E-Mail-Adressen unverändert

Variablen wie {0} oder %s, Webadressen und E-Mail-Adressen müssen exakt wie im Original bleiben. Eine URL, die von .com zu .de wurde, oder ein übersetzter Platzhalter zerstört Software und Links. (automatisch)

Terminologie und Konsistenz

5. Freigegebene Termini verwendet, verbotene vermieden

Hat der Kunde ein Glossar oder eine Termbank, sind die Begriffe keine Vorschläge. Die Prüfung meldet verbotene Termini und Ausgangsbegriffe, deren freigegebene Übersetzung fehlt. (automatisch)

6. Gleicher Satz, gleiche Übersetzung

„Save file“ einmal als „Datei speichern“ und einmal als „Datei sichern“ verwirrt Anwender. Die Prüfung findet auch den umgekehrten Fall: eine Übersetzung für zwei verschiedene Ausgangssätze. (automatisch)

7. Konsistent mit dem Translation Memory

Steht ein Ausgangssatz im Translation Memory des Kunden, sollte die Übersetzung der freigegebenen Fassung entsprechen – außer es gibt einen Grund für die Änderung. (automatisch)

Form und Formatierung

8. Tags und Formatierung intakt

Fehlende oder zusätzliche Tags zerstören Fettdruck, Links oder die ganze Datei. In Trados-Dateien kann ein Tag-Fehler dazu führen, dass sich das Rückpaket nicht öffnen lässt. (automatisch)

9. Zeichensetzung folgt dem Original

Eine Frage, die mit einem Punkt endet, ändert die Aussage. Die Prüfung vergleicht Satzendzeichen, führende Aufzählungszeichen und Gedankenstriche und findet doppelte Satzzeichen oder ein Leerzeichen vor dem Komma. (automatisch)

10. Klammern und Anführungszeichen paarig

Eine öffnende Klammer ohne Gegenstück oder nicht passende Anführungszeichen wirken im Druck nachlässig. (automatisch)

11. Leerzeichen und unsichtbare Zeichen

Doppelte Leerzeichen, ein fehlendes geschütztes Leerzeichen zwischen „25“ und „Nm“, weiche Trennstriche, Zeichen der Breite null und kaputte Zeichen aus Kodierungsproblemen sieht man am Bildschirm nicht – im fertigen Layout schon. (automatisch)

12. Rechtschreibung der Zielsprache

Eine Rechtschreibprüfung mit Wörterbuch der Zielsprache findet Tippfehler; Namen, Codes und Wörter, die auch im Original stehen, werden ignoriert. (automatisch)

Die drei Prüfungen, die einen Menschen brauchen

13. Bedeutung, Ton und Zielgruppe

Kein regelbasiertes Tool weiß, ob ein Satz im Kontext stimmt, zu wörtlich ist oder den falschen Ton trifft. Für alles, was veröffentlicht wird, sollte eine zweite Person die Übersetzung mit dem Original abgleichen; die Norm ISO 17100 schreibt diese Revision als festen Schritt der Übersetzungsdienstleistung vor.

14. Landesübliche Schreibweisen

Die Zahlenprüfung bestätigt den Wert, nicht die Schreibweise. Ein Mensch sollte prüfen: Dezimalkomma und Tausenderpunkt (1.450,5 W statt 1,450.5 W), das Datumsformat (23.10.2026), Währungsangaben (12,50 € mit Leerzeichen vor dem Eurozeichen), deutsche Anführungszeichen „…“ und Einheiten (Zoll oder Zentimeter, Fahrenheit oder Celsius).

15. Die fertige Datei

Öffnen Sie die Datei genau so, wie der Kunde sie erhält: Ist das Layout intakt, sehen Überschriften und Tabellen richtig aus, gibt es unerwartete Seitenumbrüche, steht Text in Bildern noch in der Ausgangssprache, stimmen Dateiname und Format mit der Bestellung überein?

Die Checkliste auf einen Blick

#PrüfungWie
1Nichts unübersetztAutomatisch
2Nichts fehlt, nichts doppeltAutomatisch
3Zahlen stimmenAutomatisch
4Platzhalter, URLs, E-MailsAutomatisch
5Terminologie (freigegeben und verboten)Automatisch
6Konsistenz zwischen SegmentenAutomatisch
7Konsistenz mit dem TMAutomatisch
8Tags und FormatierungAutomatisch
9ZeichensetzungAutomatisch
10Klammern und AnführungszeichenAutomatisch
11Leerzeichen und unsichtbare ZeichenAutomatisch
12RechtschreibungAutomatisch
13Bedeutung, Ton, ZielgruppeManuell
14Landesübliche SchreibweisenManuell
15Die gelieferte DateiManuell

Den automatischen Teil in zwei Minuten erledigen

  1. Öffnen Sie den QA Checker und laden Sie die Übersetzung hoch: Trados-Dateien (.sdlxliff, Rückpakete), eine zweisprachige Word-Datei aus Trados, memoQ oder Phrase, eine Word-Datei mit Original oder ein übersetztes PDF mit Original – sogar einen Scan.
  2. Fügen Sie Termbank und Translation Memory des Kunden hinzu, falls vorhanden.
  3. Wählen Sie die Prüfungen, die den Vorgaben des Kunden entsprechen.

QA Checker: Auswahl der Qualitätsprüfungen für die Übersetzung

Der Bericht gruppiert die Meldungen nach Art und verlinkt jede mit ihrem Segment. Viele lassen sich direkt im Bericht korrigieren, die Liste lässt sich für den Lektor nach Excel exportieren. Die Prüfungen sind regelbasiert: Es wird nichts an eine KI gesendet.

Übersicht des QA-Berichts mit der Anzahl der Meldungen je Prüfung

Mehr zu einzelnen Prüfungen: 10 Übersetzungsfehler, die ein QA-Check findet, und der Vergleich mit Desktop-Tools in QA Checker vs. Xbench und Verifika.

Soll eine zweite Fachperson Ihre Übersetzung prüfen? Für die Prüfungen 13 bis 15 durch Profis schreiben Sie an info@linigu.com.

Häufige Fragen

Ersetzt eine automatische QA-Prüfung das Lektorat?

Nein. Sie findet mechanische Fehler schnell und zuverlässig, kann aber weder Bedeutung noch Ton oder Kontext beurteilen. Nutzen Sie beides: erst das Tool, dann den Menschen.

Was ist der Unterschied zwischen QA, Korrektorat und Revision?

QA meint meist systematische Prüfungen wie die zwölf automatischen oben. Revision heißt, dass eine zweite Person die Übersetzung mit dem Original vergleicht. Beim Korrektorat wird nur der Zieltext auf Fehler und Lesbarkeit gelesen.

Welche Dateien lassen sich prüfen?

Trados-SDLXLIFF-Dateien und Rückpakete, zweisprachige Word-Dateien, zwei getrennte Word-Dateien und übersetzte PDFs gegen das Original, auch gescannte.

Ist der QA Checker kostenlos?

Ja. Die Prüfungen sind regelbasiert und laufen ohne KI, daher gibt es keine Kosten pro Wort.

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admin

Übersetzer und CAT-Tool-Experte bei Linigu

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